Mittwoch, 17. Februar 2016

Ach wie gut, dass niemand weiß...

Es war einmal ein Männlein, ....

das sprang um das Feuer und sang, ach wie gut das niemand weiß, dass ich ....heiß.


Stell Dir vor irgendwann war es notwendig, dass man Dir einen komplett neuen Namen verpasst hat. Ganz offiziell von Amtswegen, nirgendwo darf Dein ursprünglicher Name mehr auftauchen. Nirgends, auch Du darfst diesen Namen nicht mehr verwenden.

Aus Martina geborene Meier wird also Helma geborene Ziggenheimer(liebe Helma, Dein Name ist einfach so schön und ich verbinde so viel angenehmes damit dass ich ihn verwendet habe, wenn Dich das stört gib Bescheid, dann ändere ich das) , alle Papiere inkl. Personalausweis, Krankenkarte usw. werden geändert und Du beginnst ein Leben unter neuem Namen im neuen Umfeld, nur nicht ein neues Leben, denn ein neues Leben kann man nicht beginnen, man nimmt sich überall hin mit.

ALLE, Papiere und behördliche Dokumente werden geändert inkl Zeugnisse, Berufsabschlüsse usw.  Nur für höchstrichterliche Belange wird man Dich noch unter Deinem ursprünglichen Namen finden können und Du darfst diesen Namen ebenfalls nicht mehr verwenden.

Nur die kleine Behörde, die, die in 40 Jahren Deine Rente zahlen soll, hat es nicht ganz geschafft.

Martina Meier, die jetzt also Helma Ziggenheimer geborene Ziggenheimer heißt bekommt Post:

Zunächst schicken sie Dir eine neue Nummer für
Martina Meier geborene Ziggenheimer Du weißt sie auf den Fehler hin, erklärst Ihnen, selbstverständlich mit beglaubigten Dokumenten, dass Du nur noch Helma Ziggenheimer geborene Ziggenheimer heißt. Vielleicht gab es den Fall ja noch nicht so oft.

Dann schicken sie
Martina Ziggenheimer, geborene Meier, erneut schreibst Du da ist was falsch

dann schicken sie einen mit
Helma Meier geborene Ziggenheimer, Du verzweifelst schreibst wieder und sie schicken

Helma Martina Ziggenheimer geborene Meier, Du bist kurz vorm aufgeben und dann endlich schicken sie die richtige Nummer für

Helma Ziggenheimer geborene Ziggenheimer.

alle Behörden außer dieser einen hatten damit kein Problem.  Du denkst, es ist alles in Ordnung und lebst Dein Leben, zahlst fleissig Deine Beiträge, überprüfst auch ob da alles richtig läuft und es ist alles in Ordnung.

Bis, ja, bis Du 20 Jahre später eben genau mit dieser Behörde in Kontakt treten musst.

Man fragt Dich nach Deiner Nummer, Du gibst die Nummer an und am anderen Ende hörst Du

"diese Nummer wurde stillgelegt, die betreffende Person ist tot." - Nein fühle Dich nicht verarscht, Du brauchst auch Deinen Puls nicht fühlen, den spürst Du gerade schon im Hals.

Wie gut, dass Du die Ausweise mit diesen Nummern nie weggeworfen hast und Du fragst, ob Dir Dein gegenüber sagen kann, welche Nummer denn vorliegt. Nein das kann man natürlich nicht, denn das riecht nach Betrug.

Du erklärst im groben was vor 20 Jahren abgelaufen ist und schlägst vor, dass Du die Nummern vorliest  und Dein Gegenüber sie mit der ihr vorliegenden Nummer vergleicht.

Alle Nummern die Du vorliest sind falsch, ganz zum Schluss nennst Du die Nummer von Martina Meier ohne alles und schwuppdi wupp kann Dir Dein Gegenüber Auskunft geben und teilt Dir mit, dass diese Nummer viele Fehlzeiten aufweist, die ja dann wahrscheinlich intern falsch gebucht wurden.

Du möchtest am Liebsten durch das Telefon springen und...als Tote könntest Du das ja auch, aber nein, Du bleibst höfflich und nett, fragst wie man das alles zusammenführen kann und Dein Gegenüber antwortet, ja da können Sie nur einen Antrag stellen. "Am Besten schicken Sie die Originale alle zu uns und dann wird das schon klappen."

Genau, dann wird das klappen, alle Ausweise werden für tot erklärt und in 20 Jahren, wenn sowieso mit weniger als dem notwendigen gerechnet werden kann, erzählt man Dir die Frau, als die Du Dich ausgibst, sei doch schon vor 40 Jahren gestorben und steckt Dich in den Knast.

Hm, eigentlich eine gute Idee, dann brauchst Du Dich wenigstens nicht mehr um Miete und Mahlzeiten kümmern und bei guter Führung darfst Du dann ja auch regelmässig alleine an die frische Luft.

Schöne Geschichte gell? Blöd nur das sie nicht erfunden ist.

Kommentare:

  1. Eigentlich wollte ich begeistert kreischen und ausrufen: Quark - musst Du nix ändern - aber beim Weiterlesen der Geschichte blieb mir das *kreisch* dann doch im Hals stecken.
    Auch wenn sich das hier völlig anders verhält, erinnert mich sowas immer an so nen Wirtschaftskrimi mit der Bullock, wo man ihr die Identität stahl. Im Endeffekt kämpft Frau Ziggenheimer ja jetzt auch um ihre Identität... Ich mag mir das nicht ausmalen. Kämpfe mit der Bfa sind die aufreibendsten, die ich persönlich bislang kennengelernt habe. Und das für den Verbraucher schlimme ist: Sie sitzen so fest und sicher in ihren Sesseln und kaum einer kann ihnen was. Aber sie können Dir was.
    Originale aus der Hand geben... Ist es nicht oberstes Credo, dass man nie niemals Originale aus der Hand gibt? Einmal abgegeben und nie wiedergefunden worden und solchen Mist? Das passiert überall und zu oft. Ich denke, ich würde nur beglaubigte Kopien einreichen. Kann man auch bei der Stadtverwaltung machen, ist in der Regel kostengünstiger als beim Notar. Aber Originale würde ich nicht abgeben - und schon gar nicht an die Rentenfuzzis.

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    1. :-* Wie gesagt ich ändere den Text auch wenn Du das möchtest. Wobei ich den Nachnamen auf alle Fälle heute nehmen würde, wenn ich die Wahl hätte. Vielleicht sollte ich meinen Namen einfach noch mal ändern? Ich behalte das mal als Möglichkeit, wenn ich mal irgendwann Langeweile habe und mich mit denen Rumschlagen will.

      Nein die bekommen keine Originale nichts und auch nichts beglaubigtes, außer den Namensurkunden, und selbst die nur in Kopie, ich hab die Rennerei satt. Wenn sie beglaubigte Originale haben wollen, können sie die anfordern.

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  2. Kleiner Pro-Tipp aufgrund der Kommentare: Meistens genügen einfache Kopien. Wenn doch ein Bestätigungsvermerk drauf muß, dann bei der Stadtverwaltung nach einer amtlichen Bestätigung, niemals jedoch nach einer amtlichen Beglaubigung fragen. Die amtliche Bestätigung ist kostenfrei (zumindest für Sozialangelegenheiten), die amtliche Beglaubigung kostet was.

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  3. Ich vertraue solchen offiziellen Stellen auch mal genau NULL. Heiße Geschichte. Und Kopf--->Tisch.
    Unfassbar!

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