Freitag, 17. Juni 2016

Was läuft da gerade

frage ich mich und kann mir doch keine Antwort geben.

Die Diagnose kPtbs steht ja nun schon lange, die Arbeit daran ist kraftzehrend und manchmal habe ich das Gefühl es geht keinen Schritt voran.

Das es nicht stimmt und das so vieles schon verändert ist, weiß die Vernunft, der Kopf, doch das Fühlen kommt nicht hinterher, begreift es allzuoft nicht und das löst Ungeduld aus. Große Ungeduld, Versagensgefühle und damit dann auch Mutlosigkeit.

Die Psyche ist ein sch....komplexes System, das sich nicht wie ein Dreisatz berechnen lässt und wenn meine Zahlen nicht stimmen....

In den letzten drei Sitzungen ging es immer um ein und das selbe Bild aus der Vergangenheit. Sonst war ein Bild nach einer Sitzung bearbeitet und dann auch neutralisiert, dieses Bild aber lässt nicht los. Egal mit welcher Methode bearbeitet, am Abend knallt es wieder durch.

Gestern dann kam zum ersten mal die Einsicht, dass da noch was anderes ist, aber ich komme nicht an dieses andere, kann es nicht "fassen", nicht verbildlichen, nicht beschreiben. Nur das was es auslöst ist vorhanden und die Tatsache, das alle gelernten Skills nicht greifen.

Ich hoffe nicht das noch ein großes Thema im verborgenen liegt, es reicht wirklich was bereits vorhanden ist, aber so wie sich die Innens verhalten kenne ich es nur von Themen die erstmals auf den Tisch kommen und eigentlich dachte ich, dass jetzt alles oben ist und langsam das "Ende" in Sicht.

Eigentlich....

Kommentare:

  1. Ich glaube, das ist es, wovor ich Angst habe. Zu sehr in die Tiefe gehen. Zum Beispiel mit Hypnose. Ich hab Angst, dass ich etwas sehe, das ich nicht verarbeiten kann.
    Und dabei dachte ich in verschiedenen Sitzungen, dass ich schon tief genug war.

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    1. Naja, die Psyche gibt nur das frei, was man auch verarbeiten kann. Das ist dann auch bei mir der Grund für das Gefühl das es keinen Schritt weiter geht, weil eben doch immer noch was hochkommt. Jedem anderen würde ich sagen das es bei der Menge an "Material" normal ist, für mich selber habe ich da weniger Verständnis.

      Gerade bei kPTBS und PTBS kann, sofern vorhanden, die Amnesie verschwinden, denn das was damals vergessen werden musste um ein Überleben zu sichern ist heute nicht mehr gefährlich, auch wenn es sich in der Aufarbeitung manchmal ziemlich real anfühlt, aber nach der Aufarbeitung ist es dann ja auch neutralisiert und
      einfach nur noch ein "verwischter Zeitungsartikel von vor 30 Jahren, der einen nicht mehr berührt".

      Thema ist auch falsch ausgedrückt, Bild/Situation trifft es in meinem Fall besser, denn ich weiß ja was, passiert ist, aber durch die Amnesien kommen die Bilder/Situationen erst dann, wenn genug aufgearbeitet wurde und Platz für neues altes vorhanden ist.

      Aber wenn ich eins sicher sagen kann, ist die Aufarbeitung zwar an sich enorm anstrengend, der ständige Kampf gegen Gefühle/Bilder und das Durchblitzen der Vergangenheit vor der Therapie war um vieles anstrengender.

      Ich habe früher für mich immer geglaubt und behauptet, dass ich mit dem erlebten gut umgehen kann und alles verarbeitet habe.

      Aus heutiger Sicht muss ich mir selber eingestehen, dass ich komplett falsch lag.

      Ich hatte nicht verarbeitet ich lebte allerdings mit dem ständigen Kampf gegen das Erlebte und somit auch gegen mich und die Erkenntnis mit dem was sich schon verändert hat und noch verändern wird, macht dann auch Mut und Hoffnung das es irgendwann ein recht nahes, echtes "danach" gibt und kein "damit".

      Kein schwarz / weiß mehr, sondern endlich Farbe und viele Grautöne auch wenn es immer wieder nur schwarze Tage geben wird, denn es wird für mich kein "normal" geben, dafür ist der Schaden zu groß.

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