Donnerstag, 2. März 2017

Aktueller Stand

Ich habe Schnupfen ;) und bin seit Dienstag wieder im Hause Gold. Kuriere mich aus, erhole mich von dieser "Reha/Belastungserprobung", erledige Post und Kram und genieße die Ruhe, die Balz der Fasane, lese all die verpassten Blogposts und versuche immer noch zu begreifen, was da die letzten sechs Wochen so passiert ist.

Einen Teil von den seltsamen Vorfällen, Unfähigkeiten wie auch immer man es nennen mag, habe ich Euch ja bereits erzählt. Das die Entscheidung ob ich nun belastbar im Sinne des DRV Bund bin, wird sich ja auch erst zeigen, wenn dieser den Entlassungsbericht der Reha hat und was dann daraus wird.

Da der DRV Bund laut Reha aber immer deren Empfehlungen folgen wird, steht es also wohl zu 99% schon fest.

Da mein Praktikum in einem Bereich stattgefunden hat, in dem ich aus div. Gründen nicht mehr arbeiten kann und soll, war das natürlich eine Belastung, ob man von dieser Belastung allerdings auf meine allgemeine Belastungsfähigkeit oder eine spezielle in einem anderen Beruf schließen kann, ist für mich sehr fraglich.

Selbstverständlich habe ich eine sehr gute Leistung abgeliefert, so hat es zumindest der Chef dort geäußert und bei allen Fragen war seine Bewertung Überdurchschnittlich gut.

Die Auswertung der gesamten Tests, bis auf den Test, der ja noch fehlt, alle überdurchschnittlich gut.

Hei da kann ich mich ja schon freuen, die Empfehlung wird dann sicher so sein, wie gewünscht: Ich brauche nicht mehr in den alten Job, ich bekomme die Möglichkeit einer Umschulung und kann beruflich dann mit spätestens 45 (bis dahin hab ich dann wahrscheinlich noch 23 Jahre oder mehr zu arbeiten)  im Herzenswunschberuf starten.

Nun der Inhalt des Entlassungsgesprächs:

Der Entlassungsbefund beinhaltet, dass ich nicht mehr in meinem alten Job arbeiten soll, kann, darf - perfekt, erster Punkt bestätigt, darüber waren sich Doc, Thera, Gutachter und ich ja sowieso schon einig. Das ich seit einem Jahr, genau seit einem Jahr und zwei Monaten bereits schon wieder arbeitsfähig bin war dann also der noch zu klärende Punkt.

Denn hei, das Ärzte, Thera und ich das nicht einschätzen können, ob und in wie weit ich wieder auf dem Damm bin ist doch klar oder? Alle subjektiv und so oder?

Naja, lange Rede kurzer Sinn, das "Team" der Reha ist der Meinung, auf welcher Grundlage konnte man mir allerdings nicht beantworten, dass Frau Gold, ich, nicht arbeitsfähig bin und - tadaaaa  - lehnt eine Umschulung ab und empfiehlt mich in die EM-Rente zu schicken.

Ja, in EM-Rente. Kurz vor meinem 43. Geburtstag wird mir, die in den letzten 3,5 Jahren eine Menge für sich und ihre Gesundheit getan hat, die seit einem Jahr soweit fit ist, das sie arbeiten gehen will und kann, gesagt, dass sie abgeschrieben ist von der Krankenkasse, der Rententräger und letztlich auch der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt.

Selbst die A*R*G*H*E wird mit diesem Bescheid milde lächeln und eine schöne Zeit wünschen. Jepp ich hab Probleme, jepp die sind bestimmt auch nicht ohne, aber ich schwöre Euch bei allem was mir lieb ist, ich bin weit von arbeitsunfähig entfernt. Sehr weit.

Wäre das nur meine Wahrnehmung ok, dann wäre mein Schlagschatten eben größer als gedacht, aber meine behandelnden Ärzte, Thera, Gutachter wie auch Menschen, die mich wirklich gut kennen und wahrnehmen, alle sind, wie ich es selber auch war, geschockt von dieser "Diagnose".

Gut was kann ich nun tun? Ich kann in Widerspruch gehen, bedeutet es dauert, landet ggf. vor dem Sozialgericht, schätzungsweise in 3 bis 5 Jahren habe ich dann einen Entscheid. Bis dahin fließen keine Gelder, ich komme nicht weiter, kann den Wunschberuf abschreiben denn diese Streiterei wird mit Sicherheit nochmalige Rehas, Gutachten oder oder oder beinhalten.  Dann bin ich ggf. 48 und hab 8 Jahre lang verplempert.

Ich kann allerdings auch die Rente annehmen und das für mich beste daraus machen. Ich darf 450 Euro im Monat dazu verdienen, kann lernen was und wo ich will, kann Prüfungen machen und dann irgendwann sagen ich geh jetzt wieder arbeiten. Egal was Krankenkasse, DRV oder wer auch immer darüber denken.

Was in mir vorgeht, wie es sich anfühlt und das ich trotz Plan B innerlich gerade mehr heulen könnte steht auf dem anderen Blatt.

Das diese Reha-Einrichtung eigentlich mal ordentlich einen vor den Latz bekommen müsste bei all dem, was da so läuft ist eigentlich auch klar, aber dafür müsste ich in den Widerspruch gehen und diese Kraft stecke ich lieber in mich und meine Zukunft als in den Kampf gegen eine Einrichtung die letztlich ihre Statistiken zu erfüllen hat und Ergebnisse würfelt.



Kommentare:

  1. Ja schöne Scheiße. Nur eins versteh ich nicht ganz: Wenn die Reha empfiehlt, Dich in Rente schicken zu wollen, dann muss mans doch nicht machen, oder? Der Bericht an sich ist doch nicht rechtskräftig in dem Sinne, dass Du keinen Anspruch auf Gelder hättest? (Arbeitslosengeld oder Krankengeld oder sowas)
    Gilt der nicht eher als Empfehlung?
    Eine Rente bei der DRV tatsächlich durchzubekommen, stelle ich mir dementgegen schwieriger vor.

    Es erinnert mich an eine Zeit um meinen 40. Geburtstag rum. Da erklärte mir die Krankenkasse nach "Besichtigung" durch einen Gutachter, dass "das nichts mehr wird, Sie müssen Rente beantragen". Ich dachte, die veralbern mich. 40. Da wollte ich doch noch bisschen mehr vom Leben als Rente. Und bis heute klappt das auch sehr gut ohne.

    Andererseits... Wenn sie Dich in Rente schicken - was spricht dann dagegen? Dass Du künftige Umschulungen und Weiterbildungen selber zahlen musst?
    Mit dem Zuverdienst wäre ich vorsichtiger.. Ein Freund von mir (so alt wie ich) ist seit ungefähr einem halben, dreiviertel Jahr berentet auf Lebenszeit, ohne diese zweijährig wiederkehrenden Prüfungen. Seit kurzem wollte er sich was dazuverdienen, auf Stundenbasis. Von der DRV hieß es bis dahin: kein Problem.
    Seitdem er stundenweise aushilft, wird sein Fall von der DRV neu aufgerollt und geprüft, ob er nicht doch evtl. arbeitsfähig wäre, wenn auch nur stundenweise... Damit wäre die DRV von der Zahlungspflicht entlastet. Und ob er wiederum mit 165 - 450 € überleben kann oder nicht, interessiert dann keinen mehr. Kann ja aufstockendes H IV beantragen. Oder so. Dabei sollte der Status "berentet auf Lebenszeit" einem schon zu denken geben...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist komplizierter. Da sich das ganze ja über jetzt knapp 2,5 Jahre gezogen hat, habe ich keinen Anspruch auf ALG oder Krankengeld mehr. Somit ist die A*R*G*H*E raus und die DRV zuständig. Klar ist das ne Empfehlung von denen, wenn man aber davon ausgeht, dass dieser Empfehlung bei 99% stattgegeben wird, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass die DRV sagt "nö, wir machen Umschulung" ziemlich gering.

      Die Rente ist damit eigentlich schon durch, denn wenn der Antrag auf LTA (Umschulung/Eingliederungsmaßnahme) abgelehnt wird, wandelt sich dieser automatisch in EM-Rente.

      Das selber Zahlen ist ein Punkt der nicht so einfach ist, aber irgendwie finden sich immer Wege.

      Das dazu verdienen ist ziemlich einfach geregelt, bei den EM-Rentnern: bei voller EM-Rente darfste pro Tag weniger als 3 Stunden und maximal 15 in der Woche bei Teilrente sind es am Tag etwas mehr aber die Gesamtzahl darf auch nicht überschritten werden. Dann sind da irgendwelche Vorgaben wahrscheinlich nicht beachtet worden...

      Löschen
    2. Also bliebe zu hoffen, dass der DRV es zu teuer wäre, Dich zu berenten und Dir lieber eine Umschulung zahlt, die sie wiederum von der Rentenzahlungspflicht entheben würde?
      Wäre doch eine win-win-Situation... Kann man denen das nicht verklickern?

      Er bezieht volle Rente.. Und mehr als 15 Stunden die Woche schafft er gar nicht. Arbeitet er, glaube ich, aber auch gar nicht. Es genügte zunächst die Tatsache, dass er überhaupt aktiver wurde, nachdem über viele, viele Monate darüber gestritten wurde, ob er überhaupt arbeitsfähig sei oder nicht. Das ist er nicht. Aber von so einer kleinen Rente leben kann man eben auch nicht. Und wie gesagt, er ist so alt (nein, jung!!) wie ich..

      Löschen
    3. Nein, die Hoffnung kann man knicken, denn "nur" Rente ist ja günstiger als "Unterhalt und Umschulung"

      Na das ist ja dann auch wirklich übel, erst der Kampf dahin und dann rollen sie alles wieder auf - mit sowas rechne ich ja auch noch, das sie sich erstmal noch so ein paar "Maßnahmen" einfallen lassen....

      Löschen
  2. Was ich nicht verstehe, ist die Schlussfolgerung aus der Arbeitserprobung. Wenn man dort mit Deiner Leistung zufrieden war, zeigt das doch eigentlich genau das Gegenteil von einer EM-Rente, oder? Wie hat man denn diese Empfehlung dahingehend begründet?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es gibt keine Begründung. Die Tests, das Praktikum wurden ja erst nachdem die Entscheidung gefallen war ausgewertet. Einzig ein "ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten sprechen wir Ihnen nicht ab, aber in unseren Augen sind sie derzeit Arbeitsunfähig" war die Aussage. Auf was diese basiert konnte, wollte man mir nicht mitteilen.

      Löschen
  3. Ich bin jetzt aber auch geschockt.
    Das ist ja ein Schlag in die Fresse sozusagen.

    (Noch Interesse und Kapazitäten als Au Pair für einen hyperaktiven 2-Jährigen??)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, jepp ist es und das nicht nur sozusagen, nagt ziemlich am Selbstwert und Selbstverständnis...kleines Stimmchen das da immer wieder was von "na vielleicht haben sie ja doch recht..." erzählt.

      Au Pair? Danke Liebes, aber ich bin doch wieder im hohen Norden, wenn das hyperaktive Kind aber noch drei Jahre älter ist, kann man ihn dann für Gartenarbeiten einspannen? Dann nehm ich ihn für ein paar Wochen *gniggel*

      Löschen